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Kempten zu Fuß entdecken (Deutschland): Stadtrundgang

Kempten Sehenswürdigkeiten: Was du in der Allgäu-Stadt sehen kannst

Kempten verbindet römische Geschichte, fürstäbtliche Barockarchitektur und historische Plätze auf engem Raum. Zu den wichtigsten Kempten Sehenswürdigkeiten gehören die ehemalige Abtei, die Kirchen St. Lorenz und St. Mang, die Burghalde sowie der Archäologische Park Cambodunum. Für deinen Besuch gibt es einen kostenlosen Kempten Audioguide mit 44 erzählten Orten.

Kempten Sehenswürdigkeiten: Die wichtigsten Orte

Kempten Abbey und die ehemalige Fürstabtei

Die Abtei Kempten war einst das Zentrum der Fürstabtei Kempten, eines kleinen, souveränen Kirchenstaates innerhalb des Heiligen Römischen Reiches. Der Fürstabt regierte hier nicht nur als Geistlicher, sondern mit der Macht eines weltlichen Herrschers.

Zum politischen und geistlichen Zentrum gehörten die prächtige Residenz und die Stiftskirche St. Lorenz. Diese Ordnung endete 1802 mit der Besetzung durch bayerische Truppen. 1803 wurde die Abtei im Zuge der Säkularisation aufgelöst.

St. Lorenz Basilica

Die Basilika St. Lorenz steht auf einer natürlichen Anhöhe über der linken Terrasse der Iller und zählt zu den bedeutendsten Wahrzeichen Kemptens. Heute ist sie die römisch-katholische Pfarrkirche St. Lorenz; früher war sie die Abteikirche der Benediktinerabtei.

Ihre Architektur bewahrt die frühere doppelte Funktion des Gebäudes: Der Chor unter der Kuppel war der klösterlichen Gemeinschaft vorbehalten, während das Langhaus der Pfarrgemeinde diente. Ein Chorgitter trennte beide Bereiche und verband Stifts- und Pfarrkirche in einem Bau.

Stiftsmälzerei und Marstall

Die Stiftsmälzerei wurde 1788 unter Fürstabt Rupert von Neuenstein fertiggestellt. Zuvor hatte ein Brand die alte Brauerei zerstört. Das Malzhaus war Teil eines größeren Wirtschaftskomplexes der Fürstabtei, zu dem auch die Marstall-Stallungen und der Kornhaus-Speicher gehörten.

Der Marstall entstand um 1730 unter Fürstabt Anselm von Reichlin-Meldegg. Das lange, zweigeschossige Gebäude an der Landwehrstraße wurde mehrfach verändert und teilweise abgebrochen und wiederaufgebaut. Seine heutige Gestalt zeigt deshalb verschiedene Phasen der Stadtgeschichte.

St. Mang und der St.-Mang-Platz

Die evangelisch-lutherische Pfarrkirche St. Mang steht seit Jahrhunderten im Herzen Kemptens. Ihr heutiges Gebäude stammt größtenteils aus dem 15. Jahrhundert. Ab 1527 wurde die Kirche zum Zentrum der Reformation in der Region.

Auch die Fassade erzählt von späteren Veränderungen: 1767 wurde St. Mang im Rokokostil neu erbaut, im 19. Jahrhundert neugotisch umgestaltet und zwischen 1911 und 1913 restauriert. Viele neugotische Ergänzungen wurden dabei wieder entfernt. Der Platz vor der Kirche trägt ihren Namen.

Erasmuskapelle

Die Erasmuskapelle ist heute ein archäologischer Ausstellungsraum über den Fundamenten einer mittelalterlichen Friedhofskapelle. Die ursprüngliche Kapelle wurde im 13. Jahrhundert als katholische Begräbniskapelle mit zwei Ebenen errichtet. Die obere war dem Erzengel Michael gewidmet, die untere diente als Beinhaus und war dem heiligen Erasmus von Antiochia geweiht.

Die Kapelle wurde 1857 abgerissen. Ausgrabungen im Jahr 2003 und weitere Untersuchungen zwischen 2008 und 2010 legten rund 500 Gräber des alten Friedhofs frei. Dadurch wurden Spuren der frühen Besiedlung Kemptens sichtbar.

Rotes Haus

Am St.-Mang-Platz fällt das Rote Haus durch seine einheitliche Barockfassade auf. Dahinter verbergen sich zwei spätmittelalterliche Häuser, die zwischen etwa 1720 und 1730 zu einem gemeinsamen Erscheinungsbild umgestaltet wurden.

Zwei Dachgauben und zwei Erker prägen die Fassade, die zur St.-Mang-Kirche hin ausgerichtet ist. Das Gebäude steht für den bürgerlichen Stolz und die familiäre Identität des 18. Jahrhunderts.

Jenisch-Haus

Direkt am Kirchplatz von St. Mang steht das gut erhaltene Jenisch-Haus, ein Patrizierhaus mit steilem Giebeldach. Es liegt unmittelbar neben dem Roten Haus, das ebenfalls der Familie Jenisch gehörte.

Beide Häuser vermitteln einen Eindruck vom Einfluss dieser Familie in Kempten. Das Jenisch-Haus trägt die Adresse St.-Mang-Platz 1.

Kempten-Museum im Zumsteinhaus

Am Residenzplatz befindet sich das Kempten-Museum im historischen Zumsteinhaus. Das Gebäude wurde 1802 für die Familie Zumstein de la Pierre erbaut, deren Händler ursprünglich aus Savoyen stammten. Seit 2019 ist hier das Stadtmuseum untergebracht.

Die Ausstellung reicht von der Römerzeit bis in die Gegenwart und behandelt damit mehr als zweitausend Jahre Stadtgeschichte. Das Museum verfolgt einen partizipativen Ansatz: Die Gemeinschaft soll einbezogen werden, statt Geschichte nur über Objekte hinter Glas zu vermitteln. 2021 wurde es für dieses Konzept zum besten Heimatmuseum Deutschlands gewählt.

Burghalde

Die Burghalde ist ein Hügel mitten in der Kemptener Altstadt. Auf dem trapezförmigen Gelände leben seit der Spätantike Menschen. Im Mittelalter befand sich hier der Sitz des Vogts der Fürstabtei. 1379 kaufte die Reichsstadt Kempten den Hügel; später wurde er in die Stadtbefestigung einbezogen.

Die Befestigungsanlagen wurden 1705 abgetragen. Mitte des 19. Jahrhunderts machte ein örtlicher Verein die Burghalde zum ersten öffentlichen Park Kemptens und errichtete eine Freilichtbühne. In ihrer Nähe steht ein Wärterhaus: Das steinerne Erdgeschoss stammt aus dem Jahr 1870, das neugotische Obergeschoss aus Holz wurde 1889 ergänzt.

Archäologischer Park Cambodunum

Wer sich fragt, was tun in Kempten, findet im Archäologischen Park Cambodunum eine Antwort mit römischem Schwerpunkt. Eine Ausgrabungsstätte und ein Museum machen die römische Siedlung Cambodunum sichtbar, die aus der Zeit des Kaisers Augustus stammt.

Der Park umfasst drei Hauptbereiche: den gallorömischen Tempelbezirk, die kleinen Thermen und den Forumsbereich. Zum Forum gehören unter anderem die Basilika, das Prätorium, Soldatenunterkünfte und Wirtschaftsgebäude. Im Tempelbezirk stehen rekonstruierte Gebäude sowie eine Doppelhalle; im Zentrum befindet sich ein rekonstruiertes Heiligtum für Herkules.

Die Ausgrabungen begannen am 19. September 1885. Seitdem fanden mehr als 40 weitere Ausgrabungen statt. Der Park zeigt damit nicht nur einzelne Ruinen, sondern die Entwicklung der römischen Stadt Cambodunum anhand von Befunden und Rekonstruktionen.

Weitere historische Orte

Das Allgäuer Burgenmuseum bietet einen weiteren Ort, an dem sich Geschichte im eigenen Tempo erkunden lässt. Im Stadtteil Sankt Mang liegt außerdem das Rotschlössle, ein geschütztes patrizisches Landgut. Es trug im Lauf der Zeit mehrere Namen, darunter Oberwies, Schloss Rotschelldorf und Neubronnerschlössle. Sein heutiger Name erinnert an die rötliche Färbung, die die Fassade früher hatte.

An der Stelle der verschwundenen Burg Kalbsangst sind noch ein ringförmiger Graben und ein Gedenkstein erhalten. Die mittelalterliche Burg lag oberhalb der Schlucht Kalbsangsttobel und wurde in historischen Aufzeichnungen sowohl als Burg als auch als Schloss bezeichnet.

Kempten zu Fuß erkunden

Ein Kempten Stadtrundgang lässt sich besonders gut über die historische Innenstadt und die Stiftsstadt aufbauen. St. Mang, das Rote Haus, das Jenisch-Haus und die Erasmuskapelle liegen aneinander am beziehungsweise nahe dem St.-Mang-Platz. Von dort führen die Wege weiter zur Burghalde oder zum Residenzplatz mit dem Kempten-Museum.

Auch der römische Schwerpunkt liegt in Kempten nicht isoliert neben der Gegenwart: Der Archäologische Park Cambodunum macht sichtbar, auf welchen Spuren sich die Stadtgeschichte entwickelt hat. So verbinden sich im Stadtraum römische Siedlung, mittelalterliche Kirchen, bürgerliche Häuser und die ehemalige Fürstabtei.

Kempten mit Neywo entdecken

Mit Neywo kannst du Kempten ohne Gruppe und ohne festen Zeitplan erkunden. Die App erzählt die Geschichte jedes Ortes, sobald du ihn erreichst, und spielt die Geschichten in deinem eigenen Tempo ab. Die Erzählungen sind in 11 Sprachen verfügbar.

Für Kempten gibt es:

  • 2 Spaziergänge mit insgesamt 19 Stationen:
    • Ein Rundgang über die Herrschaft der Fürstäbte: 1,21 km, 66 Minuten und 8 Stationen.
    • Ein Rundgang von der römischen Stadt Cambodunum zur Reichsstadt: 1,97 km, 92 Minuten und 11 Stationen.
  • 1 Fahrradroute entlang des Iller-Radwegs: 5,6 km, 28 Minuten und 2 Stationen.
  • Insgesamt 44 erzählte Orte.

Lade Neywo herunter und erkunde Kempten zu Fuß oder mit dem Fahrrad – in deinem Rhythmus, mit einer Geschichte an jedem Ort und ohne Gruppe oder Fahrplan. Kempten liegt in Bavaria, im Süden von Deutschland.

Orte mit Audioguide in Kempten

8 Orte in Kempten mit Neywo-Audioguide. Jeder Ort beginnt seine Geschichte zu erzählen, sobald du ihn erreichst.

Touren auf eigene Faust in Kempten

3 Touren in Kempten, kostenlos in der Neywo-App. Jeder Stopp erzählt seine Geschichte, wenn du ihn erreichst.

  • Zu Fuß

    Wo die Fürstäbte herrschten

    Jahrhundertelang war Kempten mit einem Namen, aber zwei rivalisierenden Städten verbunden – dieser Rundgang führt durch die katholische. Du kommst an der barocken Kirche und Residenz der Fürstäbte, ihrem Malzhaus und den Stallungen sowie an zwei stillen Kapellen vorbei. Die Tour endet im Museum, das 2.000 Jahre Ortsgeschichte bewahrt.

    1,2 km · 66 Min. · 8 Stopps

    Marienkapelle · Seelenkapelle · Stiftsmälzerei · Alpinmuseum · Hildegardplatz · St. Lorenz (Kempten) …

    Tour öffnen: Wo die Fürstäbte herrschten
  • Zu Fuß

    Vom römischen Cambodunum zur Freien Reichsstadt

    Du beginnst zwischen den Patrizierhäusern und am Brunnen der protestantischen Reichsstadt, steigst für den Blick auf die Alpen auf den alten Festungshügel und gehst anschließend weiter zum römischen Tempelbezirk. Cambodunum war lange vor der Entstehung von Kempten eine römische Stadt.

    2 km · 92 Min. · 11 Stopps

    Stadttheater Kempten · Ponikauhaus · St.-Mang-Brunnen · St. Mang (Kempten) · Erasmuskapelle · Rotes Haus …

    Tour öffnen: Vom römischen Cambodunum zur Freien Reichsstadt
  • Mit dem Rad

    Iller-Radweg: Von der Hirschdorfer Kapelle zum Römischen Tempel

    Du fährst von der kleinen Barockkapelle St. Magdalena in Hirschdorf entlang der Iller nach Süden, durch Kempten bis zum rekonstruierten gallorömischen Herkules-Tempel im Archäologischen Park Cambodunum. Die Strecke ist etwa 5,6 km lang, verläuft größtenteils auf einem verkehrsfreien Radweg und ist für alle Radfahrer leicht zu bewältigen.

    5,6 km · 28 Min. · 2 Stopps

    St. Magdalena (Kempten) · Gallorömischer Tempelbezirk

    Tour öffnen: Iller-Radweg: Von der Hirschdorfer Kapelle zum Römischen Tempel

Kempten mit Neywo erkunden

Neywo macht aus Kempten einen Audioguide zum Selbstlaufen. Die Geschichten kommen, wenn du den Ort erreichst, zu dem sie gehören, und die Route passt sich an, wenn du von ihr abweichst.

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